Zuckerarme Ernährung

Zuckerfrei-Challenge

Ich freue mich sehr dar­über, dass ich Michaela von der Gemüsekiste für mei­nen Blog gewin­nen konnte und Dir so in kurzen Interviews, Einblick in bestimmte Themen verschaffen kann. Und Dir dadurch den Mehr­wert bie­ten kann, Dich mit Fra­gen an eine Exper­tin auf dem Gebiet Ernäh­rung zu wenden. Ich sel­ber habe Sie schon unzäh­lige Male bei The­men rund um Ernäh­rung auf­ge­sucht und fühle mich von ihr immer gut bera­ten. Oft muss man auf Ter­mine beim Arzt oder Spe­zia­lis­ten lange war­ten und hat dann nur kurz Zeit, um sich über sein Anlie­gen aus­zu­tau­schen. Hier möchte ich Dir daher mit die­ser Reihe die Mög­lich­keit bie­ten direkt mit einer Expertin in Kon­takt zu tre­ten, um Dir einen Rat ein­zu­ho­len. Bestimmt kann Sie, ich oder auch ein ande­rer Leser Dir in den Kom­men­ta­ren wei­ter­hel­fen. Lasst uns uns ver­net­zen und gegen­sei­tig wei­ter­hel­fen mit wert­vol­len Erfah­rungs­be­rich­ten oder Anre­gun­gen. Wenn Dir ein Thema beson­ders auf dem Her­zen liegt, schreib es gern in die Kom­men­tare, es wird dann wenn mög­lich in naher Zukunft von Michaela auf­ge­grif­fen wer­den. Ich freue mich auf alle Bei­träge und einen regen Aus­tausch - Deine Kim Liza

Kim: Michaela, heute wol­len wir ja mal über die Vor- oder Nach­teile einer zucker­freien Ernäh­rung spre­chen. Auf das Thema sind wir gesto­ßen, weil ich mit­be­kom­men habe, dass du seit eini­gen Tagen gänz­lich auf Zucker ver­zich­test. Viel­leicht erzählst du mal, wie es dazu kam?

Michaela: Ja, tat­säch­lich ver­su­che ich für 1 – 2 Wochen mei­nen Zucker­kon­sum etwas zu redu­zie­ren. Ich wollte ein biss­chen Gewicht ver­lie­ren und habe gemerkt, dass das ohne eine Ernäh­rungs­um­stel­lung ein­fach nicht pas­siert. Da konnte ich so viel Sport trei­ben, wie ich wollte. Außer­dem hatte ich tags­über immer wie­der rich­ti­gen Hunger.

Kim: Das ist ja eine inter­es­sante Beob­ach­tung. Kannst du dir erklä­ren, woran das liegt?

Michaela: Da müs­sen wir jetzt mal ein biss­chen in die Bio­lo­gie ein­tau­schen. Bei Zucker­kon­sum erhöht sich immer kurz­fris­tig der Blut­zu­cker­spie­gel, dadurch wird kon­ti­nu­ier­lich von der Bauch­spei­chel­drüse Insu­lin aus­ge­schüt­tet. Insu­lin ist ein Hor­mon der für den Stoff­wech­sel im Kör­per zustän­dig ist. Es dient dazu, den Zucker zur Ener­gie­ge­win­nung in die Zel­len zu schleu­sen. Insu­lin möchte den Zucker­spie­gel wie­der aus­glei­chen und der Blut­zu­cker­spie­gel sinkt rapide ab, wir sind leicht unter­zu­ckert und ver­spü­ren Heiß­hun­ger­at­ta­cken. Ganz unbe­wusst essen wir so mehr.

Kim: Ja die Heiß­hun­ger-Momente kenne ich auf jeden Fall auch gut. Man greift dann doch zu den Kek­sen in der Schreib­tisch­schub­lade um schnell wie­der an Ener­gie zu kommen.

Michaela: Und genau das ist der Teu­fels­kreis, den es zu unter­bre­chen gilt. Es gibt einige Tipps, an die man sich hal­ten kann, um den Blut­zu­cker kon­stant zu hal­ten und auch den Über­gang in einen zucker­är­me­ren All­tag zu erleichtern.

Kim: Oh span­nend, jetzt nähern wir uns dem inter­es­san­ten, prak­ti­schen Teil. Dann schil­dere doch viel­leicht ein­mal, wie der Über­gang gelin­gen kann und was wir lang­fris­tig beher­zi­gen können.

Michaela: Also in den ers­ten Tagen wird der Ver­zicht zunächst am schwers­ten fal­len. Mir erging es selbst so. Denn der Kör­per hat sich an den schnel­len Ener­gie-Schub und die klei­nen Beloh­nun­gen am Tag gewöhnt. Doch unser „Belohn-Sys­tem“ kann man etwas aus­trick­sen, indem wir beson­ders jetzt im Som­mer auf fri­sche Früchte wie Bee­ren set­zen. Die schme­cken süß haben aber nur wenig an Frucht­zu­cker und brin­gen des­halb auch den Blut­zu­cker nicht so durch­ein­an­der. Viel trin­ken und Bewe­gung kön­nen außer­dem gut ablen­ken von den anfäng­li­chen star­ken Gelüsten.

Kim: Okay, ich kann mir vor­stel­len, dass der Umstieg nicht so leicht­fällt. Die Gefahr besteht ja auch in ver­ste­cken Zucker­quel­len, oder?

Michaela: Das ist rich­tig. Man sollte die Nähr­wert­an­ga­ben auf den Rück­sei­ten der Lebens­mit­tel etwas im Auge behal­ten. Mein per­sön­li­cher Richt­wert lau­tet da, alles unter 5 g Zucker auf 100 g sind okay. Beson­ders auf­pas­sen muss man hier auf fer­tige Toma­ten­saucen, Fer­tig­ge­richte, aber auch Brot und Joghurt in denen man einen hohen Zucker­an­teil oft nicht erwartet.

Kim: Ich habe auch mal auf die Nähr­werte bei „zucker­ar­men“ Lebens­mit­teln geach­tet. Hier ist oft der Fett­an­teil erschre­ckend hoch oder es wird mit Süß­stof­fen gear­bei­tet, die ja glaube ich, auch nicht gut sind, oder?

Michaela: das stimmt, Süß­stoffe machen nicht nur unser natür­li­ches Süße-Emp­fin­den kaputt, son­dern tra­gen noch zusätz­lich zu Gelüs­ten bei. Und du hast recht Kim, wenn Zucker in den Pro­duk­ten redu­ziert wird, wer­den meist andere Geschmacks­trä­ger wie Fett erhöht, sonst wür­den die Pro­dukte sich schnell nicht mehr so gut verkaufen.

Kim: Okay, kom­men wir jetzt dazu, wie wir es lang­fris­tig bes­ser machen kön­nen. Hast du da gezielte Tipps für mich und unsere Leser?

Michaela: Ja, es gibt ein paar ein­fa­che Regeln, an die wir uns hal­ten kön­nen. Ganz oben steht genü­gend Schlaf, denn Schlaf­man­gel erzeugt auch Heiß­hun­ger­at­ta­cken. Auch das Früh­stück wird von vie­len unter­schätzt. Es sta­bi­li­siert den Zucker­haus­halt am Mor­gen und hält uns län­ger satt, sodass wir in der Mit­tags­pause auch nicht völ­lig aus­ge­hun­gert zuschla­gen und eine zu große Por­tion essen oder bis zum Mit­tag schon zum Rie­gel grei­fen. Bewe­gung habe ich eben schon genannt, denn die lenkt ab und Sport schüt­tet Adre­na­lin aus, wel­ches eben­falls unser Beloh­nungs­sys­tem anspricht. Aus­rei­chend gesunde Snacks griff­be­reit haben, dazu zäh­len Nüsse, Obst oder Joghurt. Beson­ders Pro­te­ine hal­ten lange satt. Regel­mä­ßige Mahl­zei­ten sind auch von Vor­teil, da es ansons­ten auch zur Unter­zu­cke­rung füh­ren kann.

Kim: Oh ja, wenn ich lange unter­wegs bin und nicht vor­ge­sorgt habe, klappe ich gefühlt auch fast zusam­men, darum ver­su­che ich immer ein paar gesunde Dinge/ Zwi­schen­mahl­zei­ten mit dabei zu haben.

Michaela: Was hast du da zum Bei­spiel parat?

Kim: Groß­ar­tige Snacks für den Abend oder zwi­schen­durch sind zum Bei­spiel Toma­ten mit Kräu­ter­quark, Möh­ren mit Hum­mus, Joghurt mit Bee­ren, Banane mit Quark und Zimt oder Hafer­flo­cken in Joghurt.

Außer­dem denke ich macht Ver­zicht auf die Dauer auch nicht glück­lich. Hier und da mal ein Stück Scho­ko­lade oder im Som­mer ein lecke­res Eis dür­fen es auch sein, oder?

Michaela: Das sehe ich auch so. Eine aus­ge­wo­gene Misch­kost mit Aus­nah­men hier und da ist für Kör­per und Geist das gesün­deste. Ich halte sehr viel davon, auf jeden Fall immer auf Crash-Diä­ten zu ver­zich­ten, lie­ber sollte man ver­su­chen seine Ernäh­rung grund­sätz­lich umzu­stel­len, auf zu viel Zucker, aber auch auf ver­steckte Fette zu ver­zich­ten, aber auf kei­nen Fall zu hun­gern, das macht auf die Dauer unzu­frie­den und bringt gar nichts.

Natür­lich bespre­chen wir das hier alles ohne Berück­sich­ti­gung von All­er­gien oder Into­le­ran­zen. Wer hierzu gezielte Fra­gen hat, kann uns ja gerne eine Mail schrei­ben oder einen Kom­men­tar hinterlassen.

Kim: Stimmt, dar­auf sind wir nicht ein­ge­gan­gen. Aber die Mög­lich­keit uns zu schrei­ben, besteht ja immer 🙂 Wir beant­wor­ten Leser-Emails immer gerne!

Einen Tipp habe ich noch: Zitrus­früchte und Ing­wer zügeln den Appe­tit auf Süßes. Auch Tees wie Pfef­fer­minz­tee kön­nen Abhilfe schaf­fen. Damit schlie­ßen wir das heu­tige Inter­view und ich bedanke mich für deine Zeit Michaela.

Michaela: Ich freue mich hier eine Plattform gefunden zu haben, auf der ich mit Dir in Kontakt treten kann. Hier erwarten Dich ein paar Themen rund um die Ernährung. Ich setzte mich gern mit verschiedenen Bereichen wie einer gesunde Ernährung bei Kindern, klimafreundlichem Kochen, Resteverwertung von Lebensmitteln und ganz vielen anderen Bereichen auseinander. Jeden Monat werde ich hier einen Beitrag mit Dir teilen und freue mich auf Dein Feedback. Zu mir: Ich bin zweifache Mutter und habe eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin absolviert. Durch meine langjährige Arbeit in der Gemüsekiste ist gesunde Ernährung und der Umgang mit Lebensmitteln eine Selbstverständlichkeit für mich. Wenn es die Situation zulässt, gebe ich regelmäßig Kurse an Schulen und weiß daher auch wie insbesondere Kinder so ticken, was sie anspricht und welche Bedürfnisse sie in den unterschiedlichen Altersstufen haben.