Nachhaltigkeit

mit kleinen Taten die Welt verbessern

Ich freue mich sehr dar­über, dass ich Michaela von der Gemüsekiste für mei­nen Blog gewin­nen konnte und Dir so in kurzen Interviews, Einblick in bestimmte Themen verschaffen kann. Und Dir dadurch den Mehr­wert bie­ten kann, Dich mit Fra­gen an eine Exper­tin auf dem Gebiet Ernäh­rung zu wenden. Ich sel­ber habe Sie schon unzäh­lige Male bei The­men rund um Ernäh­rung auf­ge­sucht und fühle mich von ihr immer gut bera­ten. Oft muss man auf Ter­mine beim Arzt oder Spe­zia­lis­ten lange war­ten und hat dann nur kurz Zeit, um sich über sein Anlie­gen aus­zu­tau­schen. Hier möchte ich Dir daher mit die­ser Reihe die Mög­lich­keit bie­ten direkt mit einer Expertin in Kon­takt zu tre­ten, um Dir einen Rat ein­zu­ho­len. Bestimmt kann Sie, ich oder auch ein ande­rer Leser Dir in den Kom­men­ta­ren wei­ter­hel­fen. Lasst uns uns ver­net­zen und gegen­sei­tig wei­ter­hel­fen mit wert­vol­len Erfah­rungs­be­rich­ten oder Anre­gun­gen. Wenn Dir ein Thema beson­ders auf dem Her­zen liegt, schreib es gern in die Kom­men­tare, es wird dann wenn mög­lich in naher Zukunft von Michaela auf­ge­grif­fen wer­den. Ich freue mich auf alle Bei­träge und einen regen Aus­tausch - Deine Kim Liza

Heute haben unsere Ernäh­rungs­be­ra­te­rin Michaela und ich uns wie­der einem Thema gewid­met, wel­ches hier in unsere Ernäh­rungs­reihe passt. So gese­hen hat das Thema Nach­hal­tig­keit nicht nur mit der Ernäh­rung zu tun, doch auch in der Küche kann man nach­hal­tig vor­ge­hen und mit ein paar Hand­grif­fen Abfall, Plas­tik, Was­ser und andere Res­sour­cen spa­ren. Wel­che das sind, habe ich im fol­gen­den Inter­view mit Michaela bespro­chen. Wir freuen uns über anre­gende Kom­men­tare von Euch unter die­sem Beitrag.

Kim: Schön, dass Du da bist Michaela. Heute nähern wir uns dem Thema ‚Nach­hal­tig­keit‘ ja auf eine etwas andere Art und Weise, stimmt’s? Wir wer­den mehr Tipps und Anre­gun­gen geben als nur über Vor- und Nach­teile zu spre­chen. Ich weiß, dass die­ses Thema uns bei­den beson­ders am Her­zen liegt. Darum fang doch ein­fach mal an und erzähl mir und den Lesern, wel­ches deine drei abso­lu­ten Nach­hal­tig­keits-Tipps für den All­tag (in der Küche) sind.

Michaela: Sehr gern! Also da ich ja sehr viele Koch­kurse gebe, achte ich auf die fol­gen­den Dinge nicht nur Zuhause, son­dern weise auch die Kin­der, mit denen ich koche, dar­auf hin.

  1. Der Deckel wird beim Kochen geschlos­sen. So bleibt die Hitze im Topf, wo sie hin soll und es geht keine Ener­gie verloren.
  2. Nach­dem wir das Essen zube­rei­tet und geges­sen haben, blei­ben häu­fig noch Reste über. Darum ist mein Tipp Num­mer zwei, das Essen vor dem Ver­stauen im Kühl­schrank abküh­len zu las­sen. So braucht der Kühl­schrank nicht unnö­tig viel Ener­gie, um die Reste her­un­ter­zu­küh­len und seine gewohnte Tem­pe­ra­tur zu halten.
  3. Nach dem Kochen wird mit den Kin­dern abge­wa­schen, abge­trock­net und das Geschirr für die nächste Gruppe wie­der ver­staut. Hier achte ich dar­auf, den Kin­dern zu erklä­ren, das Was­ser ins Wasch­be­cken ein­lau­fen zu las­sen und darin das gesamte Geschirr zu spü­len, statt es unter flie­ßen­dem Was­ser zu waschen. Dadurch spart man eben­falls viel Was­ser. Außer­dem lege ich Wert auf Geschirr­tü­cher aus Stoff, die sind wiederverwendbar.

Kim: Das sind gute Pra­xis-Tipps, vie­len Dank! Ich glaube, wir haben uns schon mal über den Ablauf Dei­ner Koch­kurse unter­hal­ten und da hast Du mir den Tipp gege­ben, klei­nere Men­gen Was­ser bereits im Was­ser­ko­cher zu erhit­zen. So kann ich spä­ter Ener­gie beim Auf­ko­chen des Was­sers im Koch­topf spa­ren. Daran halte ich mich seit­her gerne.

Michaela: Stimmt, das Erhit­zen von Was­ser im Topf lohnt sich erst ab grö­ße­ren Men­gen. Hier kann wie­der Ener­gie gespart wer­den mit Tipp eins: Beim Erhit­zen den Deckel auf dem Topf lassen.

Kim: Ja, das habe ich nicht vergessen.

So, nun kom­men wir also, wenn wir nach­hal­tig leben wol­len, nicht umhin, uns auch ein­mal das Thema Ernäh­rung anzu­schauen. Ich ver­su­che meine Ernäh­rung so gut es geht für mei­nen Kör­per, aber ganz beson­ders für unsere Umwelt nach­hal­tig zu gestal­ten. Wol­len wir hier mal ein paar Ideen zu dem Thema sam­meln, Michaela?

Michaela: Ja, also ich bin ja ein Freund von aus­ge­wo­ge­ner, viel­sei­ti­ger Ernäh­rungs­weise. Ich bin weder aus­schließ­lich vegan noch vege­ta­risch unter­wegs, achte aber auf mei­nen Fleisch­kon­sum und den mei­ner Fami­lie. Und das ist auch schon der erste Punkt: Den eige­nen Fleisch­kon­sum und die Ver­wen­dung von tie­ri­schen Pro­duk­ten im Blick zu behal­ten, kann sehr res­sour­cen­scho­nend und umwelt­freund­lich sein. Für ein Kilo­gramm Rind­fleisch wer­den tat­säch­lich etwa 15.500 Liter Was­ser ver­braucht. Außer­dem wer­den Wäl­der für Acker­flä­chen für das Tier­fut­ter (Soja) und Vieh­wei­den abge­holzt – das betrifft beson­ders den tro­pi­schen Regenwald.

Kim: Voll­kom­men rich­tig, der Zusam­men­hang zwi­schen dem Klima und unse­rer Ernäh­rung ist schon enorm. Aber auch wenn wir nicht alle gleich vegan leben wol­len, kann schon ein gele­gent­lich vege­ta­ri­scher Lebens­stil dazu bei­tra­gen, den All­tag umwelt­freund­li­cher zu gestalten.

Was ich stets beher­zige und wor­auf ich hier zu spre­chen kom­men möchte, ist das MHD der Lebens­mit­tel, Res­te­ver­wer­tung und Food­s­haring. Ich weiß, dass die Gemü­se­kiste Reste zum Bei­spiel an die Lebenshilfe/Tafel spen­det und habe auch schon mit­be­kom­men, dass Reste von einem Mes­se­stand an Food­s­haring Pro­jekte gin­gen. Die kamen und haben sich das Gemüse vom Stand abgeholt.

Zuhause ver­su­che ich per­sön­lich immer alles einer Pflanze zu ver­wer­ten. Vom Kohl­rabi, Möhre, Bete zum Bei­spiel das Grün. Außer­dem achte ich dar­auf, Reste vom Essen umzu­wan­deln und im nächs­ten Mit­tag­essen zu ver­brau­chen. Hier­für eig­net sich zum Bei­spiel wun­der­bar eine Quiche. Und Sup­pen wer­den mit etwas (Kokos-) Milch fan­tas­ti­sche Soßen für Nudeln oder Reis. Auch kaufe ich immer nur so viel, wie ich auch ver­brau­chen kann. Güns­tige Son­der­an­ge­bote mit Nek­ta­ri­nen im Netz, wer­den bei mir bei­spiels­weise oft schlecht, weil ich sie gar nicht alle essen kann. Also lie­ber weni­ger in guter Qua­li­tät. Was fällt Dir dazu ein?

Michaela: Oh, da könnte ich auch so eini­ges zu sagen. Du hast hier schon wich­tige The­men ange­schnit­ten. Es gibt lei­der immer noch Men­schen, die den­ken, mit dem MHD sei auch die end­gül­tige Halt­bar­keit der Lebens­mit­tel erreicht. Dem ist abso­lut nicht so! Auch schrum­pe­li­ges und nicht per­fek­tes Obst und Gemüse taugt noch zur Ver­ar­bei­tung. Das ver­su­che ich auch den Kin­dern, mei­nen eige­nen und den Schul­klas­sen in mei­nen Kur­sen, zu ver­mit­teln. Nur so kom­men wir gegen eine Weg­werf­ge­sell­schaft an.

Außer­dem soll­ten wir nicht mit der Erwar­tungs­hal­tung leben, zu jeder Zeit alles in den Super­märk­ten ver­füg­bar zu haben. Es ist okay, wenn die Sai­son von einem bestimm­ten Pro­dukt nicht aktu­ell ist oder die Lieb­lings­sorte vom Brot ver­grif­fen ist.

Kim: Stimmt, das sehe ich genauso. Ein beson­de­res Thema von Dir ist auch das Halt­bar­ma­chen und die rich­tige Lage­rung von Lebens­mit­teln, oder?!

Michaela: Oh ja, ich erkläre auch den Kun­den der Gemü­se­kiste immer wie­der, wie sie Ihre Lebens­mit­tel am bes­ten lagern kön­nen, um Fri­sche und Inhalts­stoffe so lange wie mög­lich zu erhal­ten. So kann man Rüben zum Bei­spiel in ein feuch­tes Tuch ein­schla­gen und ins Gemü­se­fach legen. Dinge, die in Plas­tik ver­packt sind, immer aus- und umpa­cken. Für Brot gilt das­selbe. Ich ver­pa­cke es in einer ent­spre­chen­den Box oder friere auch gern die Hälfte ein. Unsere Bie­nen­wachs­tü­cher im Shop der Gemü­se­kiste tra­gen eben­falls zu einer län­ge­ren Halt­bar­keit bei. Das Stück Käse oder den ange­fan­ge­nen Apfel ein­fach darin ein­wi­ckeln und schon hält er sich erstaun­lich lange.

Gemüse kann man außer­dem super ein­ma­chen, um es halt­bar zu machen. Hierzu würde ich ein­fach mal im Inter­net schauen, was sich beson­ders gut eignet.

Kim: Oh ja, das Thema ‚Ein­ma­chen‘ ist auch noch mal eines für sich, viel­leicht für unse­ren nächs­ten Bei­trag?! Schreibt an der Stelle gern mal einen Kom­men­tar unter den Bei­trag und sagt uns, ob Ihr Lust auf die­ses Thema habt.

Ich glaube, wir könn­ten uns noch lange dar­über unter­hal­ten, aber viel­leicht sagst Du noch, was Du los wer­den möch­test und dann las­sen wir den Lesern den Vor­tritt, um sich in den Kom­men­ta­ren mit Ihren Ideen zu äußern.

Michaela: Was ich gerne noch an die Hand geben möchte, ist die Wie­der­ver­wen­dung von Glä­sern. So kann man nicht nur gut im Blick behal­ten was an Lebens­mit­teln noch im Haus ist, son­dern sie als viel­fäl­tige Auf­be­wah­rungs­ge­fäße im Haus­halt zum Ein­satz kom­men las­sen – etwa für Müsli, Mar­me­lade, Wasch­pul­ver, Schrau­ben und mehr.

Und wo ich vor­hin den Stich­punkt ‚Brot ein­frie­ren‘ gebracht habe, ist mir noch ein­ge­fal­len, dass das regel­mä­ßige Abtauen des Gefrier­schran­kes sehr ener­gie­spa­rend ist.

Kim: Super, vie­len Dank Michaela für Deine Anre­gun­gen und Deine Zeit!

Michaela: Ich freue mich hier eine Plattform gefunden zu haben, auf der ich mit Dir in Kontakt treten kann. Hier erwarten Dich ein paar Themen rund um die Ernährung. Ich setzte mich gern mit verschiedenen Bereichen wie einer gesunde Ernährung bei Kindern, klimafreundlichem Kochen, Resteverwertung von Lebensmitteln und ganz vielen anderen Bereichen auseinander. Jeden Monat werde ich hier einen Beitrag mit Dir teilen und freue mich auf Dein Feedback. Zu mir: Ich bin zweifache Mutter und habe eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin absolviert. Durch meine langjährige Arbeit in der Gemüsekiste ist gesunde Ernährung und der Umgang mit Lebensmitteln eine Selbstverständlichkeit für mich. Wenn es die Situation zulässt, gebe ich regelmäßig Kurse an Schulen und weiß daher auch wie insbesondere Kinder so ticken, was sie anspricht und welche Bedürfnisse sie in den unterschiedlichen Altersstufen haben.