Kudammhof

Adelheidsdorf in Großmoor

In Adelheidsdorf, einem Ortsteil von Großmoor, ganz in der Nähe von Celle liegt der Kudammhof. Ein reiner Bioland Betrieb, der sich auf die Produktion von Eiern spezialisiert hat. Hier ist Friederike und ihrem Mann Johannes die Gradwanderung zwischen einer artgerechten Tierhaltung und einem ertragfähigen Bioland-Betrieb gelungen. Ihre Hühner, die im konventionellen Betrieb nur etwa 12 Monate verweilen, dürfen hier 24-28 Monate verbringen und ein artgerechtes Leben in Freiheit mit allem was dazu gehört genießen. Vom Scharren in der Erde, Picken an Sonnenblumen und Baden im Sand. Auf rund 32 Hektar baut der Kudammhof außerdem den Großteil seines 100% Bio-Tierfutters an und nährt seine Felder mit dem Mist der eigenen Tiere. So entsteht ein in sich geschlossener Kreislauf. Die Eier werden anschließend auf dem Hof eigens sortiert, verpackt und anschließend ausgefahren.

Inhaber

Frie­de­rike und Johan­nes Schultz-Erkens

Ort

Adel­heids­dorf OT Groß­moor

Produkte

Eier, Geflü­gel

Gründung

1997

Besonderheit

100% Bio­land – Füt­te­rung (zumeist aus eige­nem Anbau)

Heute besu­che ich den ers­ten Hof auf dem Tiere gehal­ten wer­den. Beson­ders gespannt war ich darum, als ich auf dem Kudamm­hof im idyl­li­schen Adel­heids­dorf bei Groß­moor in der Nähe von Celle, ein­biege. Hier bin ich mit Johan­nes ver­ab­re­det, der den eins­ti­gen Fami­li­en­be­trieb sei­ner Frau Frie­de­rike heute gemein­sam mit Ihr wei­ter­führt.

Beide haben Land­wirt­schaft gelernt. Doch wäh­rend für Frie­de­rike bereits zur Schul­zeit fest­stand, sich in Rich­tung Bio­land zu ori­en­tie­ren, lernte Johan­nes den kon­ven­tio­nel­len Land­bau von klein auf ken­nen und ging mit sei­nem Vater zum Rüben sprit­zen aufs Feld. „Den Geruch habe ich bis heute in der Nase“ ver­rät er mir. Für Ihn stand schnell fest, dass auch er dem kon­ven­tio­nel­len Land­bau den Rücken keh­ren würde.

An das Thema Hüh­ner tra­ten beide als „Neu­linge“ heran und muss­ten sich Ihr Wis­sen Schritt für Schritt aneig­nen – „Lear­ning by doing“ wie die bei­den so schön sagen. Auf die Idee aus­ge­rech­net mit Hüh­nern zu arbei­ten, so erzählt mir Johan­nes, kam Frie­de­rike einst wäh­rend eines Kran­ken­haus-Auf­ent­hal­tes. Hier habe sie ein Buch über Hüh­ner gele­sen und anschlie­ßend habe ihr Beschluss fest­ge­stan­den. Der Hof wurde von der Schwei­ne­mast auf Hüh­ner umge­stellt, dabei began­nen sie 1997 zunächst mit 200 Tie­ren. 1998 gelang ihnen die offi­zi­elle Umstel­lung auf Bio. Heute haben sie rund 6000 Tiere in 6 Stäl­len, davon sind 5 mobile Stal­lun­gen, die ste­tig mit Trak­to­ren auf der Wei­de­flä­che ver­setzt wer­den, um den Hüh­nern neue Grün­flä­chen zu bie­ten.

Als wir bei dem Frei­lauf ankom­men, bin ich begeis­tert, denn genau so stelle ich mir das Leben eines glück­li­chen Huh­nes vor. Durch deren eigene Auf­zucht, gelingt es dem Kudamm­hof die Hüh­ner beson­ders robust und viren­re­sis­tent groß zu zie­hen, bis sie ab der 22. Lebens­wo­che Eier legen kön­nen. Ein Huhn bleibt ins­ge­samt 24 – 28 Monate auf dem Hof, nor­mal sind hier knapp 12 Monate, dann hat ein Huhn „aus­ge­dient“. Nicht so auf dem Kudamm­hof — hier dür­fen die Hüh­ner eine 6‑wöchige „Kur“ durch­lau­fen, in der sie keine Eier lege, eine lange Nacht­ruhe ein­ge­hal­ten, sowie auf ande­res Fut­ter umge­stellt wird. Nach die­ser Zeit haben sich die Tiere von der anstren­gen­den Lege-Phase erholt.

Für Johan­nes und seine rund 10 Mit­ar­bei­ter ist die Arbeit mit den Tie­ren und in der Natur das Schönste, wobei der Respekt vor der Natur nie außer Acht gelas­sen wird. “Ich kann die Natur rie­chen, den Regen, den Som­mer, das Feld … das ist mir total wich­tig im Leben“ sagt Johan­nes.

Auch die res­sour­cen­scho­nende Lebens­weise ist Frie­de­rike und Johan­nes ein hohes Anlie­gen. Das wird mir beson­ders deut­lich, als ich in die Abläufe des Betrie­bes ein­ge­weiht werde. Hier schließt sich der Kreis­lauf, indem das 100% Bio-Fut­ter der Tiere zu gro­ßen Tei­len eigens ange­baut und mit eige­nem Mist gedüngt wird. Dies wol­len die bei­den in der Zukunft durch den Anbau von Son­nen­blu­men noch aus­bauen, um in abseh­ba­rer Zeit gänz­lich auf regio­na­les Fut­ter umstel­len zu kön­nen.

Wach­sen wol­len sie nicht mehr, „Wir haben genug zum Leben“ sagt Johan­nes. Doch sei es nicht immer leicht „kein Getrie­be­ner des Mark­tes zu wer­den“, laut Johan­nes sei hier „wach­sen oder wei­chen“ Gesetz. Ich finde die Ein­stel­lung der Men­schen auf dem Kudamm­hof genau rich­tig und bin Dank­bar, dass ich mir einen Ein­blick ver­schaf­fen durfte.

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